P R E S S E I N F O R M A T I O N

Gute Arbeitsbedingungen für einen nachhaltigen Nahverkehr – ver.di-Tarifkommission übergibt Forderungen an die BVG

Am heutigen Donnerstag, den 27. November 2025, hat die ver.di-Tarifkommission ihre Forderungen an die Geschäftsführung der BVG und den Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV Berlin) übergeben. Die Tarifverhandlungen beginnen am 13. Januar 2026. In der Tarifrunde wird der sogenannte Manteltarifvertrag des TV-Nahverkehr Berlin (TV-N) verhandelt. Im Manteltarifvertrag sind die allgemeinen Arbeitsbedingungen jenseits des monatlichen Entgelts festgelegt.
Auch in den anderen 16 Bundesländern wurden heute die jeweiligen Tarifforderungen der Tarifkommissionen übergeben. Mit der konzentrierten Übergabe startet die bundesweite Tarifbewegung für Arbeitsbedingungen im öffentlichen Nahverkehr.

„Attraktive Arbeitsbedingungen sind ein Schlüsselthema für den ÖPNV“, erklärte die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle am Donnerstag: „Nur mit guter Arbeit in den Betrieben lassen sich die Fachkräfte finden und halten, die wir für einen funktionierenden Nahverkehr dringend brauchen.“ Verlässliche Busse und Bahnen seien ein unverzichtbarer Teil der Daseinsvorsorge. Doch die massive Fluktuation in vielen Betrieben zeige die Probleme auf: ungünstige Arbeitszeiten, Schichtdienste, kurze Pausen, zu geringe Zuschläge. „Uns geht es in dieser Tarifrunde darum, die Belastungen zu mindern oder fair auszugleichen. Damit sich wieder motivierte Menschen finden, die auch in Zukunft Nahverkehr planen, disponieren sowie die Fahrzeuge fahren und reparieren wollen.“

Die Vertrauensleute der BVG und der Berlin Transport GmbH (BT) hatten zur Forderungsfindung eine breite Befragung unter den Beschäftigten durchgeführt. Auf dieser Grundlage hat die ver.di-Tarifkommission in der BVG und der BT folgende Forderungen beschlossen:

  • 33 Tage Urlaub für alle Beschäftigten
  • 500,00 € mehr Urlaubsgeld mit Umwandlungsmöglichkeit in freie Tage
  • Einrichtung einer ständigen Kommission zur Überarbeitung der Entgeltordnung
  • Mindestruhezeit auf 11 Stunden erhöhen
  • maximale Schichtlänge auf 12 Stunden verringern
  • Erhöhung der Zulage für geteilte Dienste auf 20,00 € und Abschaffung geteilter Dienste an Wochenenden und Feiertagen
  • Erhöhung der Wendezeit auf 6 Minuten ohne Ausnahme

Darüber hinaus erwartet die Tarifkommission Verhandlungen zum Thema Arbeitszeit und Arbeitszeitsouveränität. Auf Verhandlungen zu diesem Thema hatten sich der BVG-Vorstand und ver.di im Rahmen der Schlichtung zur Entgelttarifrunde im Frühjahr dieses Jahres verpflichtet.

„Der öffentliche Personennahverkehr in Berlin wird nur nachhaltig funktionieren, wenn die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten erträglich sind. Die Kolleg*innen brauchen die Entlastung durch diese Forderungen, um ihre harte Arbeit im Schichtdienst auch über viele Jahre hinweg durchzuhalten“, erklärt der ver.di-Verhandlungsführer Serat Canyurt.

In Berlin gilt der TV-N für ca. 16.600 Beschäftigte bei der BVG und ihrem Tochterunternehmen, der Berlin Transport GmbH.

Für Rückfragen:
Serat Canyurt, ver.di-Verhandlungsführer bei der BVG
serat.canyurt@verdi.de
0151 46264514